“Reality is frequently inaccurate” (Douglas Adams)

5. Januar 2009 · 18:03

Das Wetter

Mein Heimatsender strahlt fast täglich eine ausführliche Sendung über das Wetter aus. Nicht nur, wie das Wetter morgen wird, teilen sie uns mit (oft im Gespräch mit Experten), sondern auch, was das Wetter morgen mit uns macht (häufig mit Expertinnen). Was macht das Wetter morgen mit dem Blutdruck? Und was mit der Stimmung? Damit können sie die Leute so einschüchtern, dass sie sich, wenn das Wetter am nächsten Tag dann da ist, gleich gar nicht mehr aus dem Haus trauen.

Und wenn Schnee fällt oder ein Sturm übers Land fegt oder eine große Hitze (Hitze?) uns ganz träge macht, dann strahlt der Sender eine Sondersendung übers Wetter aus, garantiert. Dann gucken wir abends, was das Wetter, das wir den ganzen Tag über hatten, den ganzen Tag lang so getrieben hat.
Und sie erzählen uns: Das Wetter, es schiebt Luftmassen vor sich her, immer weiter, unermüdlich. Ganz, ganz früher, wer weiß es, zeichnete ein Dr. Dipl. Met. Temperaturen und Wölkchen noch mit Kreide auf eine Tafel, heute präsentieren uns hampelnde Frohnaturen das Wetter im Flug – so richtig kapieren mag ich das nicht, denn die fliegen immer irgendwohin, starten ihren Flug beispielsweise in Frankfurt, fliegen über das Rheinland hinweg und dabei fängt es an zu regnen oder es schneit, alle Wetter, mitten im Flug.

Die Nachbarin erklärt nachvollziehbar, dass sie abends das Wetter gucke, damit sie morgens wisse, wie sie sich zu kleiden habe. Das Problem ist nur: oft erzählen sie abends von Niederschlägen und am nächsten Morgen ist der Himmel klar und rein, dann haben sie sich wohl verflogen. Viele Deutsche gucken am liebsten das Wetter, habe ich mal gelesen, erst dann kommen die Krimis, und die Nachbarin sagt, sie wünsche sich ein TV-24-Stunden-Wetter, damit sie überhaupt nicht mehr aus dem Haus gehen muss, um zu gucken, was das Wetter so treibt.