27. Januar 2009 · 17:00
Disco
Club, Nacht
Und dass man sich nicht halb blöd langweilt, erzählte sie der Freundin, dass man immer was vorhat und sich freut. Ganz mutlos bei dem Gedanken, immer wieder früh raus zu müssen und das ganze Glück in den Samstagabend zu packen, weil: sonntags, nach der Disco, schlief man aus und wachte doch immer viel zu früh wieder auf, außer Atem schon am Morgen, wie abgestorben von den ewig gleichen Tagen.
Club, Morgengrauen
Da las sie morgens den Spruch: Heute beginnt der Rest deines Lebens!
Der Rest – musste man höllisch aufpassen. Manche vertändelten die Jahre, wussten nicht, ob sie allein sein wollten oder lieber nicht. War jemand da, konnten sie ihn nicht berühren. War er weg, schrieben sie SMS. Das ganze Leben ging manchmal so dahin, weil man nicht wusste, was man wollte. In einer Zeitschrift hatte sie eine Geschichte über eine Pflanze gelesen, eine mit dornigen Blüten. Die wurde ziemlich alt, vierzig Jahre ungefähr. Ein einziges Mal blühte sie, das war am Lebensende, und als könne sie das gar nicht fassen, starb sie daran. Sie verblühte und starb.
Ist doch blöd, sagt sie. Oder nicht?
