29. April 2009 · 08:14
Frequenzen
Von heute auf morgen drehte sie die Musik auf und spielte immer wieder dasselbe. Die Worte flogen durch das Haus, bis man sie irgendwann auch verstand.
Air in flames
Your words all spoken
Siren screamed
The world tore open
Morgens stand sie am Briefkasten, bevor der Postbote kam, und wartete auf nichts. Mittags fing sie an zu saufen, erzählte die Nachbarin, was sie unbegreiflich fand, weil die Mieterin eine ruhige Angestellte war, die immer grüßte, jeden im Haus. Dann die Musik, jeden Abend bis in die Nacht, immer wieder, immer wieder von vorn.
Can you feel this pain
And keep your heart unbroken?
Man wisse ja nicht, was mit den Menschen sei, sagte die Nachbarin, die im Hausflur stand und anbrüllen musste gegen die Musik, nachher kriegt sie sich nicht mehr auf die Reihe, DANN SPIELT SIE ES DIE GANZE NACHT UND ZÜNDET VIELLEICHT NOCH KERZEN AN UND ALLES BRENNT AB.
Ach ja: »Internationaler Tag gegen Lärm«.
