“Reality is frequently inaccurate” (Douglas Adams)

29. Januar 2009 · 13:24

***** oder **** ?

Totale Verzettelung: die iTunes-Musiksammlung. Befasst man sich näher damit, will sie besternt werden. Da kriegt so ein Titel *****, der andere aber nur **** (Punkt)
Weltbewegend, denkt man, hinkt aber dennoch wertungstechnisch ganz außerordentlich hinterher, denn jetzt kommt der Kram mit den Kriterien und der iTunismus schlägt erbarmungslos zu: in einem Club fummelt der DJ ständig an seinen Subparametern herum und erklärt, dass Subparamter sich zur Verfeinerung eignen, die Subparameter Warm und Ruhig sich also zur Playlist Chillout ergänzen.
Doll. Wo finde ich die Subparameter? Die schreibst du in die ID3 tags, sagt er – ach, iTunes selber weiß das nicht? Das weiß doch sonst alles, zum Beispiel, dass ich 7,7 Tage lang Musik hören kann, ohne dass ein Titel zweimal kommt. Oder wie oft ich Bach und Philip Glass gehört, also gearbeitet habe und was ich am 3. Januar gehört habe, nämlich Portishead.
Nein, sagt er, ein bisschen Arbeit muss man sich schon machen.
Aber nicht mit Subparametern, wenn noch nicht einmal die Besternung richtig einleuchten will.

*. Pessimisten zufolge verkommen wir zu einem Volk von Analphabeten und Kommunikationsgestörten. Keiner liest mehr, niemand hört mehr zu. Komplexe Zusammenhänge, etwa drei aufeinanderfolgende, geschriebene Sätze (lesen Sie noch?), rauben uns die Konzentration; zeitlich beschränkt und in ein fragiles Nervenkostüm gezwängt, möchten wir in aller Kürze informiert sein. Nur: Was ist das Unterschied zwischen ***** und **** ? Ich bin ja immer noch damit beschäftigt, den Übergang von * zu ** auszuloten, werde das Feintuning zwischen **** und ***** im Kürze einstellen und mich der Frage widmen, wie wir es mit der allergemeinsten Option halten: ***, der Mitte, der Ödnis, diesem andauernden weder-noch – ein Lebenswerk.