„the truth is out there“

Supermarkt, zum Vorletzten

19. Dezember 2008 • 15:47

Fritz und Franz, Namen geändert, sind zwei Rentner, deren Wege sich im Supermarkt kreuzen und die dann loslegen, als hätten sie tagelang auf diesen Moment gewartet, den schönen langen Moment, da es vor der Kasse nicht weitergeht. Vor Jahren schon beschwerte sich Fritz bei Franz über die türkischen Nachbarn, die des Nachts ihre kommischen Instrumente jaulen lassen, diese ... wie heißen sie?
Bouzouki, sagt Franz. Nicht türkisch, sondern griechisch.
Bouzouki? Das ist doch eine Panzerfaust!
Nein, Sie meinen Bazooka.
Franz weiß immer alles besser, er sieht auch mehr. Da schauen Sie, sagt er, drüben ist Kaffee im Angebot, bei dem Wetter macht man sich am besten Tee mit Rum.
Fritz läuft hin (passen Sie auf meinen Wagen auf!) und brüllt vom Stand herüber, er trinke gar keinen Kaffee wegen der Magensäure.
Ja, dann lassen's doch, sagt Franz.
Nur koffeinfrei, schreit Fritz, wegen dem Sodbrennen. Ein Schluck Kaffee am Morgen und der Tag ist gelaufen. Kann er, Franz (der steht so ungefähr zehn Meter weg), sich überhaupt vorstellen, WIE FURCHTBAR SO EIN SODBRENNEN IST?
Franz schüttelt den Kopf – WAS IST? schreit Fritz herüber.
Tee trinken, rät Franz. Sage ich doch die ganze Zeit. Kommen Sie, wir sind gleich dran.
Fritz, wieder an der Kasse, erzählt, dass die Menschen, das hat er morgens gelesen, zwischen Neujahr und Weihnachten mehr zunehmen als zwischen Weihnachten und Neujahr.
Ach. Wer sagt das?
Wissenschaftler.
Franz denkt darüber nach. Fritz lässt ihn stehen, reißt den Einkaufswagen herum (auf google maps stünde jetzt make a u-turn to Käsestand, hier schreien die Menschen auf, Schienbeine getroffen, Waden), weil er schon wieder, berichtet er aus zwanzig Meter Entfernung, DIE HÄLFTE VERGESSEN HAT.