“Reality is frequently inaccurate” (Douglas Adams)

12. Oktober 2009 · 22:50

Techie (14)

Nachtrag: Der erste Satz war richtig falsch. Der Rest stimmt. Alles wird gut.

Braucht man ein Beispiel für die These Watzlawicks Luhmanns, dass Kommunikation im Regelfall nicht gelingen kann, muss man Gesprächen über Technik lauschen. Der Admin hat dem armen Herrn Lenz dieses supersmarte Handy aufgeschwatzt, weil er doch so oft unterwegs ist und sich jedes Mal beschwerte, er käme nicht ins Internet. Jetzt hat er das supersmarte Teil und kommt schon wieder nicht rein. Also, sagt er, das wird so oft dunkel.
Jetzt der Admin: was heißt dunkel, kreischt er fast, was du sagen willst, ist: das Display wird gedimmt. Nein, sagt Lenz, was ich sagen wollte und immer noch will: es wird nicht nur gedimmt, es wird richtig dunkel. Dann kann man auch nirgendwo mehr drücken.
Was heißt drücken, regt der Admin sich auf und erklärt detailgetreu, wie man das im Prinzip supersmarte, nun aber kurzfristig leider mal abgestürzte Dingens wieder zum Leben erweckt, und als er dreieinhalb Minuten lang referiert hat, sagt Lenz: das tu ich ja. Dann aber, fährt er fort, ist die Situation die: er kriegt nur das langsame Netz. Er kriegt in der Statuszeile nur ein "E", obwohl er "3G" eingestellt hat, und so übersetzt er sich das "3G" seines supersmarten Handys mit "Geht gelegentlich gut". Meistens aber nicht. Nun erläutert ihm der Admin viereinhalb Minuten lang die Beschaffenheit der Mobilfunknetze unter besonderer Berücksichtung von UMTS, worauf Lenz ungerührt erzählt, dass er frühmorgens seine Mail checken wollte und das Handy meinte, ihn nicht mehr zu kennen. Es behauptete wahrheitswidrig, sein Passwort sei falsch.
"Fehler in der PDP-Identifizierung", erklärt der Admin. Ah ja, sagt Lenz, interessant. Wie komme ich jetzt an meine Mail? Und wieso wird es dunkel?
Nimm die SIM-Karte raus, sagt der Admin. Dann regelt sich das.
Und dann?
Tust du sie wieder rein.