02.12.08
21:27
Waschmaschinen
Am frühen Abend, als es ziemlich voll ist in der Abteilung für Haushaltsgeräte, die alte Frau, die eine Waschmaschine kaufen möchte und dem Verkäufer von allen Waschmaschinen ihres Lebens erzählt. Sie hat Pech gehabt, die letzte lief aus. Hielt gerade mal so lange wie das erste Hüftgelenk, das sie ihr falsch eingesetzt haben, weshalb sie dann hinterher kaum noch laufen konnte. Vorher hat sie nur ein bisschen gehinkt, hinterher ging gar nichts mehr. Jetzt hat sie schon das zweite Hüftgelenk und das hält, da hat sie keine Schmerzen mehr.
Wie kommt sie jetzt – ach so, die Waschmaschine, ganz genau, die taugte nichts. Der Kundendienst hat aber nie etwas gefunden. Die davor, als ihr Mann noch lebte, hat ja doch gute zehn Jahre mitgemacht, war aber laut. Der Mann allerdings schwerhörig, das fing schon mit Mitte vierzig an, da hörte der schlecht. Musste sie ihn immer anbrüllen, wenn sie ihn doch bloß fragen wollte, ob sie Kaffee kochen soll. Jahrelang das eigene Gebrüll, ihr Mann war ja eher ein ruhiger Mensch. Und richtig, die Waschmaschine, also die vorletzte, die rumpelte beim Schleudern so arg, dass sie sich dagegen drücken musste, und sie hatte es doch dauernd im Kreuz. Das war auch nichts.
Die erste Waschmaschine hat sie erst bekommen, als sie schon nicht mehr so jung war, früher war das ja so: man hatte keinen Luxus, der kam erst später. Die erste Waschmaschine hatte auch keinen Luxus, da lief keine Schleuder drin und nichts, aber ihr Mann wollte, dass sie eine Waschmaschine kriegt, wegen der roten, rissigen Hände und so. Ja, sagt sie, das ist alles schon so lange her.
Und der Verkäufer nickt die ganze Zeit. Ruhig lehnt er an einem Kühlschrank und hört zu.