2. Mai 2009 · 16:29
Web Zwonull ist ein Programm
Nicht ganz bei der Sache: Susanne Gaschkes Polemik gegen »die Netzanbeter«. Die gebärden sich wie Marxisten der Siebziger: wer nicht für das Netz ist, ist gegen das Netz. Ihre Fortschrittlichkeit beweisen sie durch hermeneutisches Vokabular, mit dessen Hilfe sie sich 1. gegen Uneingeweihte abgrenzen und 2. an Jugendliche ranschmeißen: Wiki, Blog, soziale Netzwerke werden als Beispiele genannt – warum nicht gleich Computer?
Überhaupt viel Kitsch: In den frühen Morgenstunden merkst du, wie allein du bist, weil du keine echten Menschen vor dir hast im Netz. Frauen merken das wohl eher, weil Frauen viel netzkritischer sind – es sei denn, sie sind einem männlichen Netzapologeten verfallen (wo war bei diesem Satz die gütige Lektorin?)
Besonders nett ist das: »Wer weiß wirklich, wie das neue Internet zum Mitmachen, das sogenannte Web 2.0, unterhalb seiner einladenden Oberfläche programmiert sein muss, damit Millionen von Nutzern es so leicht bedienen können?«
Es ist ein Programm, Maria.
