Lesen!

Buchabhängigkeit wird in der Studie unter anderem durch eine Reihe von Merkmalen bestimmt. Lesesüchtige leben fast nur noch in der erfundenen Welt des Romans. Die Betroffenen verlieren die Kontrolle darüber, wie viel Zeit sie mit Lesen verbringen, sie leiden unter Entzugserscheinungen wie Missstimmung, Angst, Reizbarkeit oder Langeweile, wenn sie kein Buch zur Hand haben. Abhängige nutzen ein gutes Buch, um schlechten Gefühlszuständen zu entrinnen und nehmen dabei auch negative Konsequenzen in Kauf.

Dazu erklärt die Drogenbeauftragte: Wir brauchen zielgenaue Präventionsarbeit und gute und effektive Beratungs- und Behandlungsangebote besonders für die junge Altersgruppe.

Einst nannte man die Büchernarren Bücherwurm und Leseratte, das war noch nicht einmal abfällig gemeint. Da hatten Psychologen noch keine Therapie und Abgeordnete noch keine Erkenntnis darüber, wie viele grauenhafte Taten in Büchern geboren werden ("Krimi") und wie isoliert diese Lesesüchtigen sind. Vor einer Therapie möchte man ihnen raten: geht doch mal ins Internet, zwei, drei Schritte braucht es, um ins Internet zu gehen (man kann auch laufen), da könnt ihr wenigstens mal mit anderen Menschen reden.

Wer sind Sie

Ich wollte eine Geschichte erzählen, Mimikry, die ging dann als ein Krimi durch. Ich kannte mich mit Krimis gar nicht aus.

Sie wurde fortgesetzt, mit Sterntaucher, und ich kannte mich mit Krimis immer noch nicht richtig aus.

Es folgten Die ungeschminkte Wahrheit (Deutscher Krimipreis) und Die Höhle der Löwin (Glauser, also auch ein Krimipreis), und ich dachte, jetzt kenn' dich da mal aus.

und was tun Sie da?

Mit Feuertod habe ich das Buch geschrieben, das ich immer schreiben wollte, ganz egal, ob Krimi oder nicht, und ich fand danach ein Lichtenberg-Zitat: “Man muss etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.“

Zum Beispiel Tatort, Der Kriminalist und anderes und mehr.

Oder mal nichts.

Aber dann.